Schwäbischer Whisky

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4. Schwäbischer Whisky Tag – Samstag 5. Oktober 2013 in Tübingen

Bildergalerie 3. Schwäbischer Whiskytag, 6.10.2012

Nachstehend ein Rückblick zum 1. Schwäbischen Whisky Tag am Samstag 2.10.2010 von Martin Theis:
s‘ Ländle brennt!

Am Samstag 2. Oktober 2010 fand in der Tübinger Altstadt der erste „Schwäbische Whiskytag“ statt. Die regionalen Destillateure präsentierten im Rahmen des Tübinger Herbst-Regionalmarktes ihre gebrannten Kostbarkeiten und kamen dabei mit den Besuchern ins Gespräch.

Die Pavillons, Buden und Stände überziehen den Tübinger Marktplatz wie ein bunter Flickenteppich, es riecht nach Dinnete und gegrillter Forelle. Schon am frühen Morgen tummeln sich hunderte Menschen zwischen Auslagen mit regionalen Spezialitäten und den Arbeiten einheimischer Kunsthandwerker. Der Regionalmarkt hat Tradition. Doch dieses Mal gibt es eine besondere Attraktion die Scharen von Besuchern zu einer Reihe Pagoden vor dem Rathaus lockt: Der erste „Schwäbische Whiskytag“. Die wenigen Sonnenstrahlen, die heute die Wolkendecke des Herbsthimmels durchdringen, lassen zwölf schwäbische Whiskyvariationen bernsteinfarben aufleuchten. Vor dem Probiertisch wird geschwenkt, geschnuppert und genippt. Hin und wieder bleiben Passanten, die nur zufällig vorbeikommen, verwundert stehen. Schwäbischer Whisky? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Gerade dieser erste Moment der Verwunderung ist es, der viele Menschen dazu bewegt näher zu treten und einmal genauer nachzufragen.

Mittlerweile gibt es zehn Brennereien in der näheren Umgebung von Tübingen, so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland. Whisky hat sich zu einer echten schwäbischen Spezialität entwickelt, deren Nachfrage stetig steigt. Das mag auch daran liegen, dass sich die Destillateure viel Zeit bei der Entwicklung ihres jeweiligen Produktes gelassen haben. Es dauert Jahre des Experimentierens und Abschmeckens, bis man herausgefunden hat wie durch Lagerung in unterschiedlichen Fässern eine einzigartige Geschmacksnote kreiert werden kann. Im Gespräch mit den Destillateuren wird selbst dem Laien schnell klar: Whiskybrennen, das ist eine Kunst für sich.

„Wir Schwaben stehen den Schotten in nichts nach“, erklärt Destillateur Hans-Gerhard Fink einer Besucherin, „wir sind mindestens genauso sparsam und keltische Wurzeln haben wir ebenfalls“. So gesehen verwundert es kaum, dass sich die Schwaben nun auch in Sachen Whisky einen Namen machen. Eine Entwicklung, die dem hochgewachsenen Mann mit der Schafsfellweste sichtlich Freude bereitet. „Das Brennen von Whisky ist meine große Leidenschaft geworden. Auch weil ich als Landwirt die Möglichkeit bekomme, mein eigenes Getreide zu veredeln.“ Doch wie seine Kollegen hat auch Hans-Gerhard Fink schon lange vor seinem ersten Whiskyjahrgang Erfahrung als Brenner gesammelt und hochwertige Obstbrände hergestellt. Mit Erfolg: Auf der internationalen Spirituosenmeisterschaft ‚Destillata‘, rangiert er seit Jahren unter den Top 10. Dies spiegelt den Ehrgeiz wider, mit dem Fink sich auch dem Whisky zuwendet. Auf der Nellinger Alb bewirtschaftet er 400 Hektar Ackerland. Dort gedeihen Dinkel, Weizen und Gerste, von denen ein Teil schließlich den Weg ins Eichenfass findet. „Mein Ziel ist es, unsere Kultur und Landschaft im Whisky abzubilden“, erklärt Fink. „Daher dominiert der filigrane Getreidecharakter. Barrique-Fässer aus dem Weinbau verfeinern den Geschmack mit einer leichten Wein- und Fruchtnote“. Die Feuerprobe bestand Finks Whisky übrigens, als im Landgasthof seiner Frau einmal Schotten gastierten. Die waren begeistert von der schwäbischen Version ihres Nationalgetränks und erteilten dem Brenner die Erlaubnis, sein Erzeugnis ‚Highland-Whisky‘ zu nennen. Fink lacht: „Highland ist so gesehen ja richtig. Immerhin brenne ich 800 Meter über dem Meeresspiegel.“

Da Brennrechte ebenso vererbbar sind wie die Liebe zur Sache, sind viele der Brennereien Familienbetriebe in dritter Generation. So schaute Volker Theurer aus Tübingen-Unterjesingen schon als kleiner Junge seinem Großvater zu, wenn der Obstbrände herstellte. Was Whisky angeht, ist Theurer mit rund 20 Jahren Erfahrung einer der alten Hasen im Geschäft. Dabei wurde die Grundidee aus der Not geboren: „Es gab mal ein besonders obstarmes Jahr, in dem habe ich Getreide destilliert“, erinnert er sich. „Aber erst als eine Westernkneipe einige Zeit später Whisky anfragte, fiel mir auf, dass ich etwas ähnliches ja im Keller habe. Von da an hat mich die Experimentierlust gepackt.“ Das Experiment ist offenbar geglückt, wenn man dem Ehepaar am Nebentisch glauben darf. Thomas und Simone Bussel wurden nämlich über eine Kostprobe von Theurers ‚Ammertal-Whisky‘ auf die schwäbischen Brenner aufmerksam. Seitdem sind sie treue Fans: „Wir haben damals auf dem Tübinger Weihnachtsmarkt ein ganz kleines Fläschchen zum Probieren gekauft“, sagt Thomas Bussel, „und dann sehr bald mehr davon“. Seine Frau lacht: „Daran bin ich schuld. Ich habe mir auf einer Venedig-Reise mal einen Scotch bestellt und ihn probieren lassen. Seitdem erweitert sich unsere Whisky-Kollektion stetig. Er mag es weicher, ich torfig, aber auf den ein oder anderen schwäbischen können wir uns gut einigen.“

Der erste Schwabe, der Whisky hergestellt hat, war Christian Gruel aus Owen/Teck. Die Idee kam ihm bereits in den siebziger Jahren auf einem Whisky-Trail durch Schottland. Heute repräsentiert sein Enkel Immanuel bereits die vierte Generation der Brennerfamilie. Es dauerte eine ganze Weile, bis Christian Gruel sein Vorhaben in die Tat umsetzten konnte. Nichtmal die eigene Familie glaubte daran, dass sich ein regionaler Whisky verkaufen ließe. Sein Enkel erinnert sich: „Als er 1991 den ersten Whiskyjahrgang auf dem Stadtfest in Owen vorstellte, haben die Leute gedacht er sei ein Spinner“. Im Nachhinein betrachtet war Christian Gruel wohl eher ein Visionär. Heute umfasst der Betrieb der Familie Gruel drei Brennereien und der ‚Tecker‘-Whisky aus ökologisch angebautem Getreide ist dabei das Hauptprodukt.

Uwe Seidel nippt an einem zehn Jahre alten ‚Tecker‘, der insgesamt sechs Fässer durchlaufen hat. Seidel ist mit seiner Frau aus Heilbronn angereist, vom schwäbischen Whiskytag hat er aus der Zeitung erfahren. Er bringt auf den Punkt, was viele Besucher sagen: „Ich trinke vielleicht nicht oft Whisky, aber wenn, dann muss es ein guter sein. Insofern war das hier super. Nächstes Jahr komme ich glatt wieder!“. In diesem Sinne: Cheers!     …………..von Martin Theis

Weitere Brennerstimmen vom Schwäbischen Whisky Tag am 2. Oktober 2010:

Andreas Bosch, Bosch Edelbrand (Lenningen):

Andreas Bosch schaute schon als kleiner Junge zu, wie sein Großvater Johannes Renz Obst destillierte. Mit seinem schwäbischem Whisky schreibt Bosch nun die Familiengeschichte fort. Und der Tradition, der er sich dabei verpflichtet fühlt, setzte er ein Denkmal:

„Zum 100-jährigen Geburtstag meines Großvaters, habe ich dessen Initialen auf das Logo meines Whiskys drucken lassen. Charakteristisch für meinen ’schwäbischen Whisky vom Alb-Dinkel‘ ist das bodenständige Dinkelaroma. Dezent abgerundet durch Vanilletöne entsteht ein mild-fruchtiger Geschmack. All unser Getreide gedeiht im Lenninger Tal, im Umkreis von zehn Kilometern.“

Thomas Dannemann, Bellerhof (Owen/Teck):

Die Idee Whisky auf dem Bellerhof zu brennen wurde vor rund 20 Jahren von August Beller geboren. Der war damals in Schottland unterwegs und dachte sich: „Was die können, können wir auch!“. Er sollte recht behalten. Mittlerweile betreibt Thomas Dannemann die Brennerei, er ist der Mann von Bellers Enkeltochter. Dannemann verfeinerte den bernsteinfarbenen Getreidebrand über die Jahre und wurde sogar in Jim Murrays Whisky-Bibel aufgenommen. Bewertung: Sehr gut bis exzellent.

„Unser Whisky ist vollmundig und kräftig, er hat einen langen Abgang und man merkt definitiv, dass Power dahinter steckt. Koi Läpperleswasser! Abgerundet wird der Genuss durch ein feines Vanille- und Karamellaroma. Erst nach vollen acht Jahren Reifezeit in Eiche-, Weißeiche-, Bourbon- und Sherryfässern ist ‚Danne’s Schwäbischer Whisky‘ genau so, wie wir ihn haben wollen.“

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